Freitag, 6. Mai 2016

Why am I so fake?



Hallo da draußen!

Ich stecke im Kreatief. Meine Looks sehen mittlerweile alle so gleich aus, dass euch ein Post darüber vermutlich langweilen würde - siehe Instagram. Stattdessen hab ich heute ein wenig was zu erzählen, viel Text und wenig Bild also. Vor kurzem habe ich auf Facebook einen Beitrag einer bekannten deutschen Fernsehsendung eines eher weniger anspruchsvollen Senders gesehen und hatte anschließend gedacht, ich kotz im Dreieck. Verlinkt war ein Video von einem singenden Männlein, welches in seinem Song seinen Unmut über geschminkte Frauen ausließ. Die Überschrift lautete wie folgt: "[...] Kennt ihr die Girls, die sich hinter einem Berg Schminke verstecken, aber trotzdem die "Wahre Liebe" suchen? [...]".

Ganz böser Fehler.

Ich bin (mehr oder weniger professionell) Beautybloggerin. Suggeriert, ich liebe Make Up. Ich gebe für meine Verhältnisse Unmengen für mein Hobby und Leidenschaft, de facto Schminke, aus. Aber angeblich tue ich das ja alles nur, um Typen zu gefallen. Ernsthaft? Beim Spruch "That's why you go swimming on the first date" zuckt meine rechte Hand ziemlich doll, das Bedürfnis Personen, die sowas von sich geben, eine zu geben ist dann doch echt hoch. Schon mal darüber nachgedacht, dass ein Großteil unter uns Schminkverrückten sich für sich selber schminkt? 
Ich kaufe mir doch keine überteuerten Dinge, um irgendeinen Waschlappen zu beeindrucken, der meine Arbeit eh nicht wertschätzt. Willkommen in der Generation Gendermainstreaming und "Back to the Fifties". Ja scheiße.

Wir alle, ob Frau oder Mann, sollten rumlaufen können wie wir wollen. Es ist unsere Entscheidung, wie wir auf de Straße gehen. Ob mit oder ohne Make Up. Für mich ist Make Up kein aufgemaltes Selbstbewusstsein. Ich zeige mich durch mein Make Up, ich liebe es, kreativ zu sein und neues auszuprobieren. Wenn ich auffalle und ich auf meinen Look angesprochen werde, macht mich das unwahrscheinlich glücklich. Es ist einfach mein Hobby. Oft sitze ich auch einfach nur an meinem Schminktisch und male an mir herum. Einfach so. Ohne Grund. Nur für mich. Darin finde ich Ruhe und Entspannung, ob zum Beispiel vom Abi derzeit oder von anderen Dingen. 

Es ist unglaublich wichtig, dass wir von der Ansicht abkommen, dass viel Schminke im Gesicht für Scham vor der eigenen Haut steht und man sich nicht traut, ungeschminkt aus dem Haus zu gehen. Viel eher steht Make Up für die eigene Kreativität und die Metamorphose (wie poetisch das klingt), für das, was man aus sich machen kann. Make Up ist Kunst. Wenn sich jemand schminkt heißt es nicht, dass er oder sie sich versteckt. Man ist dann kein Fake. Man ist immer noch ganz man selbst und auf keinen Fall oberflächlich. Ich wünsche mir, dass das in unserer heutigen Gesellschaft mal ankommt. 

Alles ist nur noch voller Slut-shaming, Zurechtbiegierei und unglaublich vielen Verhaltensregeln für das jeweilige Geschlecht. Ich frage mich tatsächlich, warum wir uns als liberal bezeichnen, wenn wir unsere Mäuler aufreißen sobald etwas nicht den Standards entspricht, auf die wir konditioniert wurden. Mehr brauche ich glaub ich auch gar nicht zu sagen, wir wissen alle was gemeint ist.

Danke.


Kommentare:

  1. Oh ja, da hast du genau mein Thema angesprochen. Darüber kann ich mich auch ohne Ende aufregen. Du hast es voll auf den Punkt gebracht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke! :D Was das angeht, werd ich ab ner bestimmten Grenze auch aggressiv weil es tatsächlich einige Menschen gibt, die das glaub ich nicht kapieren wollen.

      Löschen
  2. Ich kann eig nicht viel mehr dazu sagen außer: jap! :D
    Aaaaarg ich glaube man sieht mir aber auch an, dass ich das nicht für andere mache... Totes Make Up rockt! :D

    AntwortenLöschen